Auch wenn vom Richard-Brandt-Heimatmuseum Wedemark zurzeit nur das Kavalierhaus für die Öffentlichkeit zugänglich ist, waren die Ausstellungsräume dieses Hauses aus dem Jahre 1620 beim diesjährigen Adventszauber am 6. und 7. Dezember wieder das Ziel von Jung und Alt. Knapp 400 Besucherinnen und Besucher strömten an beiden Tagen durch die Räume des kleinen Gebäudes und hatten auch viele Fragen an die aufsichtsführenden Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Wedemark e.V.
Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr am 1. Öffnungstag, dem Sonnabend, die Präsentation des Klöppelns durch drei Mitglieder der Gruppe „Die Wedemark klöppelt“. Hier konnte man den Damen über die Schultern schauen, wie sie mit viel Geschick mittels Klöppeln – das sind spindelförmige, meist aus Holz gefertigte Spulen mit daran aufgewickeltem Garn – verschiedenartige Spitzen fertigten. Grundlage für die Schaffung einer solchen Spitze bildet dabei immer eine Mustervorlage, der sogenannte Klöppelbrief. Dies ist ein Muster, das auf Papier oder Pappe gezeichnet wird und auf einem Kissen befestigt wird. Mittels verschiedener „Schläge“ der Klöppel wird so um Nadeln herum mit viel Geduld ein Muster geschaffen.
Die Damen hatten verschiedene Exemplare besonders aufwendiger Art zur Ansicht mitgebracht, die erahnen ließen, wie kompliziert dieses Arbeiten ist und welche Geduld dafür erforderlich ist; siehe dazu auch das kleine Video (bei YouTube). Für diese Veranstaltung waren kleine geklöppelte Engel vorbereitet worden, die gegen eine Spende zugunsten des Heimat- und Geschichtsvereins abgegeben wurden.
Besonderen Spaß hatte der ca. 10 jährige Tim, der sich an ein Klöppelbrett setzte und einen kleinen Engel mit Anleitung einer Klöppeldame herstellte, sehr zur Überraschung seiner Eltern. Tim hatte bereits vor ca. 1 ½ Jahren bei der Projektwoche „Mittelalter“ der Grundschule Bissendorf Kontakt mit dieser Klöppelgruppe.
Wie in jedem Jahr hatte der Leihgeber der historischen Uhrmacherwerkzeuge und Uhren aus verschiedenen Jahrzehnten, der Uhrmachermeister Reimer Timm aus Großburgwedel auch jetzt wieder seine Schätze gepflegt und poliert. Herr Timm ist dem Museum sehr verbunden und kümmert sich regelmäßig um die Exponate seiner Dauerausstellung mit viel Hingabe und Liebe! Natürlich schaut er an solchen Tagen auch vorbei und freut sich darüber, wieviel Interesse seine Exponate bei Besucherinnen und Besuchern finden.
Für die Aufsichtsführenden war das große Interesse der Besucherinnen und Besucher ein schönes Dankeschön für ihre aufgewendete Zeit und oft auch ein Lächeln, wenn sie das Kavalierhaus wieder zurück in den Rummel des Marktes verließen.



