Waldhaus Barbara, der Obstwein und der Brand

Das Waldhaus Barbara wurde 1946 gebaut und war ein Ausflugslokal im Bereich des Wietzer Berges in Wennebostel-Wietze. Es befand sich im Wald etwas abgelegen an der Straße Wietzer Berg und nahe der Wietze. Es war bekannt für guten Kuchen und für seine Obstweine.

 

Das Waldhaus Barbara befindet sich am gelben Punkt auf dem hier gezeigten Lageplan.

 

Besonders die Jugend und jüngere Leute sollen sich gerne im Lokal getroffen haben. Das lag auch an der Badestelle in der Wietze, die sich in der Nähe befand. Viele Spaziergänger aus Bissendorf, Bissendorf-Wietze und Wennebostel nutzten das Gasthaus als Ziel für ihren Sonntagsausflug.

 

Nördlich des Grundstückes auf der östlichen Seite der Wietze befand sich das Badeparadies Müllers Loch, das im Sommer immer gut besucht war. Im Gegensatz zum Badestrand im Bereich Wietzestrand, war das Wasser hier tief und man konnte tauchen und schwimmen. Die Badestelle war leicht von der Gaststätte aus zu erreichen.

 

Das Waldhaus Barbara gehörte Agnes und Otto Hartlep, die vor ihrem Umzug 1946 ein Abschleppunternehmen in Hannover hatten. Sie nannten das Haus nach ihrer Tochter Barbara. Das Haus hatte einen großen Garten und 3 Fremdenzimmer. Viele Anwohner kamen mit Fahrrädern oder zu Fuß in dieses Lokal und genossen die Ausflugsatmosphäre, den Kuchen und den Obstwein. In der Zeit des Autobahnbaus A7 und Dreieck Nord war es noch besser frequentiert, da die Bauarbeiter den Service nutzten und zum Teil auch dort während der Woche wohnten. Am Wochenende, wenn die Zimmer frei waren, wurden sie von Wochenendgästen genutzt.

 

1960 als Fam. Hartlep im Urlaub war, schlug ein Blitz in das Gebäude und es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Auch die Nachbarn, die die Feuerwehr riefen, konnten den Brand nicht verhindern. Man muss bedenken, dass in der Nähe nur ein Telefon im Heideheim zur Verfügung stand und man im Notfall durch die Wietze bis zum Heideheim laufen musste. Die Entfernung betrug ca. 1,5 km. 

Der Familie blieb nichts anderes übrig. Sie bauten das Haus neu auf. Jetzt allerdings ohne Gastwirtschaft. Die Tochter wohnte erst mit Ihrem Mann und dann allein bis 2018 in diesem Haus. Das Haus befindet sich heute im Privatbesitz und ist bewohnt. Die vorhandenen Leuchten erinnern noch an die Vergangenheit.


Folgende Bildquellen wurden für diesen Beitrag verwendet. Hinter dem Doppelpunkt ist bzw. sind die jeweilige(n) Bildnummer(n) angegeben.

Sammlung Peter Schulze, Bissendorf: 1

Sammlung W. Gehrke, Neustadt: 4

Privat: 2,3, sowie 5 bis 9