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Advent und Weihnachten 2020 – leider ohne Sonderausstellung!

Zur Adventszeit dieses Jahres wird es nach der schon ausgefallenen Sonderausstellung im vergangenen Frühjahr auch leider keine Sonderausstellung geben können – die Corona-Pandemie mit der verordneten Schließung der Museen verhindert dies.

 

Seit 2012 fand in jedem Jahr zwischen dem 1. Advent und dem ersten Sonntag im darauffolgenden Januar eine speziell weihnachtlich gestaltete Ausstellung in unserem Museum statt. Es war der Höhepunkt unseres Museumsjahres – sowohl für das Museumsteam, das mit viel Liebe und Engagement immer wieder interessante Themen präsentierte, als auch für unsere Besucherinnen und Besucher, die diese besondere Jahreszeit gerne zu einem Besuch im Museum nutzten, oft auch in Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt zwischen Amts- und Bürgerhaus in Bissendorf. Viele Einträge im Gästebuch bezeugen, wie gut diese Ausstellungen bei Jung und Alt ankamen.

 

Alles begann mit dem „Spielzeug aus alter Zeit“: Was Kindern bis zum Beginn des Plastikzeitalters Anfang der 1960er Jahre Freude bereitete, konnte noch einmal bestaunt werden – vom Holzschaukelpferd über den Kaufmannsladen und die Puppenstube bis zum klassischen Blechspielzeug.

 

Die Ausstellung zur Adventszeit 2013 stand ganz im Zeichen christlicher Tradition. Das Ehepaar Scheffler aus Fuhrberg zeigte „Krippen aus aller Welt“ – von der handwerklich selbst hergestellten Krippe bis zu Szenen um die Geburt Jesu aus Afrika und Südamerika. Eine kleine Weltreise durch unterschiedliche Kulturen.

 

Für die Ausstellung im Jahre 2014 mit den vom Ehepaar Lorentz aus Wennebostel erstellten Schwibbögen musste der Museumsraum weitgehend umgestaltet werden, damit die große Anzahl Bögen Platz fand und ins rechte Licht gerückt werden konnte. Der Erfolg der Ausstellung war gewaltig, diese traditionelle Handwerkskunst aus dem Erzgebirge faszinierte unsere Besucherschaft – insbesondere auch deswegen, weil sie aus der Wedemark stammt. Inzwischen ist das Ehepaar Lorentz übrigens im Erzgebirge sehr bekannt, hatte und hat dort jährlich eigene Ausstellungen.

 

 

Im folgenden Jahr widmete sich die Ausstellung mit dem Titel „Weihnachtsschmuck und Weihnachtsbräuche“ der Ausgestaltung des Weihnachtsfestes in verschiedenen Regionen – vom Keksebacken über Adventskalender bis zum Schmuck rund um den Weihnachtsbaum. Eine Attraktion waren ganz „besondere“ Weihnachtsbäume Ein Hamburger Leihgeber steuerte zur Ausstellung u.a. einen Friesenbaum, einen Föhrer Bogen und einen Hiddenseer Bügelbaum bei. Auf den Inseln wuchsen keine Tannenbäume und der Transport vom Festland war früher zu teuer. Deshalb baute man dort Holzgestelle, die z.B. mit Buchsbaum, Girlanden und Süßigkeiten geschmückt wurden.

 

Eine völlig andere Ausrichtung erfuhr die Ausstellung im Jahre 2016. Jung gebliebene Erwachsene zeigten ihre mit der „fischertechnik“ gebauten Exponate vom Trecker über die allseits beliebte Kugelbahn bis zu einer über 4 m langen Hängebrücke mit Beleuchtung. Es gab auch die Gelegenheit, viele Dinge selbst auszuprobieren. Initiator der Ausstellung war der fischertechnik-Fan Ralf Geerken aus Negenborn.

 

Klassisch kam dann wieder die Ausstellung im Jahre  2017 daher: Unter dem Titel „Alle Jahre wieder – Weihnachtspostkarten aus aller Welt“ wurde die Geschichte der Weihnachtspostkarte von der ersten Karte um 1900 bis in die 1960er Jahre dargestellt; besondere Bereiche zeigten auch die Bedeutung der Feldpost im ersten und zweiten Weltkrieg. Zusammengestellt wurde die Ausstellung aus dem Fundus der Kunsthistorikerin Dr. Birte Gaethke aus Kiel.

 

Mit der Ausstellung im folgenden Jahr unter dem Titel „Meine schönste Puppe – mein liebster Teddy“ setzte das Museum wie schon bei anderen Ausstellungen vorrangig auf Leihgaben aus der Bevölkerung. Die Resonanz war umwerfend: Das Museumsteam konnte sich kaum vor Angeboten retten, es entstand eine sehr umfangreiche Ausstellung mit vielen ganz besonderen Exponaten, zu denen es in einigen Fällen auch kleine Geschichten darüber gab, was die Leihgeberinnen und Leihgeber mit ihren Schätzen verband.

 

Im Zentrum der Ausstellung im letzten Jahr, 2019, standen „Engel – nicht nur zur Weihnachtszeit“. Durch Leihgaben befreundeter Museen und aus der Bevölkerung der Wedemark und der umliegenden Städte und Gemeinden konnte die Vielfalt der Darstellung von Engeln gezeigt werden – von der klassischen Darstellung als Weihnachtsschmuck und Kartendekor bis hin zu Engeln auf Grabsteinen.

 

Natürlich hätte es auch in diesem Jahr wieder eine Sonderausstellung geben sollen, aber besondere Zeiten erfordern manchmal auch schwere Entscheidungen. Hoffen wir darauf, dass das Museumsteam im Jahr 2021 wieder in die Lage versetzt ist, eine attraktive Ausstellung rund um Advent und Weihnachten auszurichten.